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Der Sinn von Gold

Clemens Schmale, Marktanalyst des Finanzportals GodmodeTrader, betrachtet das Edelmetall kritisch

München, 10. Dezember 2014 – Mit 1.238 USD erreichte der Goldpreis im gestrigen Handel den höchsten Stand seit zwei Monaten. Der Preisverfall des Edelmetalls ist damit jedoch noch längst nicht gestoppt. Insbesondere im historischen Gesamtkontext ist Gold sogar ein riskantes bis renditearmes Investment, behauptet Marktanalyst Clemens Schmale des Finanzportals GodmodeTrader (www.godmode-trader.de).

Gold ist sicher, schützt vor Inflation und ist wertbeständig. Das weiß jedes Kind. Es wird als so selbstverständlich hingenommen, dass es gar nicht mehr hinterfragt wird. Dabei sollte man das unbedingt tun. Wer Gold kauft und viele Jahre liegenlässt, der kann böse überrascht werden. Dass Gold vor Inflation schützt – dieses Mantra hört man seit 2008 täglich. Die Notenbanken drucken Geld bis zum Abwinken. Das sorgt für Inflation. Dagegen schützt Gold. Sieht man davon ab, dass die Inflation partout nicht kommen will, stellt die Historie genug Argumentationsmaterial zur Verfügung, um die Frage nach dem Inflationsschutz zu beantworten.

0% Performance pro Jahr in knapp 500 Jahren
Der reale Goldpreis bewegt sich seit dem Jahr 1793 tendenziell seitwärts. Nominell hat sich bis zur Aufgabe des letzten Goldstandards wenig getan. Der Preis war stabil. Bei einem konstanten nominellen Preis und Inflation muss der reale Wert zwangsläufig fallen. Bestes Beispiel: die Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Inflation war zum damaligen Zeitpunkt nahe der 20%-Marke. Nominell tat sich nichts, real sackte Gold ab. Das ist ein Phänomen, das nicht nur auf den Dollarraum beschränkt ist. Die englische Notenbank stellt dankenswerterweise Daten bis zum Jahr 1265 zur Verfügung: Real steht Gold heute wieder dort, wo es 1560 schon einmal war – bei rund 1.000 GBP. Für fast 500 Jahre ist eine Performance von 0% pro Jahr jetzt nicht wirklich überzeugend. Vom Hoch des Jahres 1560 bei ca. 1.050 GBP bis zum Tief vor dem Ersten Weltkrieg bei ca. 100 GBP büßte Gold 90% an Wert ein und startete anschließend eine Aufholjagd von gut 2% pro Jahr. Diese Rendite ist fast schon Nebensache. Faszinierender ist vielmehr, dass Gold zu einem Wert zurückgefunden hat, den es vor 500 Jahren schon einmal hatte. Wird der Goldpreis nicht festgesetzt, dann kehrt der Wert tendenziell zum historischen Wert zurück. Nominell kann das eine ordentliche Performance sein. Real hingegen darf man von Gold nicht viel erwarten.

Gold: keine Nullnummer, aber auch nicht das Gelbe vom Ei
Gold kann weniger als die meisten wahrhaben wollen. Kommt es hart auf hart, dann ist Gold sinnvoll, entweder weil die Goldpreisentwicklung die Inflation auffängt oder weil Gold universell in jede beliebige Währung dieser Welt getauscht werden kann. Solche Krisenfälle kommen zum Glück selten vor. Wer auf diese Eventualität vorbereitet sein will, der kann physisches Gold im Safe liegenlassen. Rendite über die Inflation hinaus bietet Gold nicht, sofern 800 Jahre Historie nicht „falsch“ sind. Die Argumentation, dass Gold überhaupt keinen Wert hat, ist allerdings absolut überzogen. Gold ist wie eine Versicherung. Bei einer Versicherung zahlt man auch jahrelang ein, vielleicht bekommt man auch nie etwas zurück. Sollte das Haus dann doch abbrennen, ist man froh eine Versicherung zu haben. Genauso ist es bei Gold.

Den ausführlichen Artikel gibt es unter www.godmode-trader.de

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